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Morphê – MRGD

150916_Morphe_01MRGD (2008): Morphê, SpringerWienNewYork

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Verhindern Computer gute Architektur? Nein, im Gegenteil! Das beweisen die jungen Architekten von MRGD sehr eindrucksvoll. In ihrer neuen Publikation nutzen sie die Hair Dynamics der Software Maya für höchst interessante Ergebnisse. Melike Altinisik, Samer Chamoun und Daniel Widrig präsentieren mit dem Projekt ‘Urban Lobby’ ihre Abschlußarbeit an der Londoner Architectural Association. Es sind die Ideen Frei Ottos, auf denen sie aufbauen. Nicht das ‘Form wollen’, viel mehr das ‘Form finden’ stehen hier im Vordergrund.

Bizarr gesponnene Hohlkörper und amorphe Gebäudehüllen faszinieren den Leser auf vielen schwarz-weiß-Abbildungen. Das Buch gliedert sich in sieben Abschnitte. In ‘Speculative Experimentation’ erkunden MRGD die Möglichkeiten des Hair Tools von Maya. ‘Optimized Path’ beschäftigt sich mit den strukturellen Entwurfstechniken Frei Ottos, im Speziellen mit seiner Wollfadenmaschine. Im dritten Abschnitt ‘Material’ werden die Möglichkeiten von Maya auf Frei Ottos Techniken angewandt und erprobt. ‘Morphogenesis’ zeigt die ersten Schritte zu einer 2D/3D-Pfadorganisation. ‘Program Organization’ widmet sich eingehend der computergenerierten Gebäudeerschließung. ‘Tectonics’ zeigt die Eleganz von harmonischer Formgebung und computergestützter Gebäudekonstruktion. Konsequenter-weise schließt das Buch mit einer Umsetzung des Projekts in einem Rapid-Prototyping-Modell.

Die Autoren beschreiben ihre Arbeit als ‘organizational tool and as a tectonic diagram’. Nicht die getrennte Simulation von Licht, Luft, Klima, Statik oder Raumprogramm sind hier von Interesse, es ist vielmehr die mehrdimensionale, funktionale und konstruktive Organisation von Gebäuden. Faszinierend!

Wolfgang Höhl (2008): Morphê – MRGD, (Buchrezension | Book Review)
in: db – deutsche bauzeitung 08 |2008, S. 61

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Yu-Tung Liu (2001): Defining Digital Architecture

150911_DefiningDigitalArchitecture_01Yu-Tung Liu (2001): Defining Digital Architecture

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Ist alles Architektur ? Auf der Suche nach einer Definition digitaler Architektur präsentiert dieses Buch einen bunten spin-off. Leuchtende Netze im Cyberspace, virtuelle Stadtsilhouetten, komplexe 3D-Webgrafiken, fliegende Körper in Augmented Reality, Innenräume in Freiformflächen, interaktive Ambiente, glänzende Pneumatics und Eventarchitektur mit CNC-gefertigten Elementen.150911_DefiningDigitalArchitecture_02

Es sind 79 Wettbewerbsbeiträge von Studenten und Architekten zum Far Eastern International Digital Architectural Design Award (FEIDAD) 2001. Traditionelle Architekturprojekte mischen sich hier in einem ‚digitalen Crossover’ mit städtebaulichen Aufgaben, intelligenter Gebäudetechnologie, Interface Design, Web-Design, Media Art und der experimentellen Prozessforschung.

Ist es eine Definition digitaler Architektur oder auch ein Spiegelbild für das aktuelle Aufsplittern eines alten Berufsstandes in einzelne Spezialgebiete ? Dieses Buch verdeutlicht das Potential und die Notwendigkeit von experimenteller Grundlagenforschung beim Einsatz der Computertechnologie – nicht nur in der Architektur.

Der Herausgeber, Yu-Tung Liu, gliedert die Projekte in drei Kategorien: ‚Liberation of Form and Space’, ‚Evolving Concept of Space’ und ‚Parametric Intelligence of Design’ und entwirft im Vorwort ein neues triadisches Raumkonzept (Mental – Digital – Real). Es folgen Projekte der Juroren – das ‚Hsinchu Museum of Digital Arts’ in Taiwan, eine Co-Produktion von Peter Eisenman und Yu-Tung Liu, die ‚Universe Corporate Headquarters’ in Los Angeles von Greg Lynn und der Entwurf ‚motion:space’ von Birger Sevaldson / OCEANnorth in Helsinki; sie stellen das herkömmliche Planungsschema in Frage.

Interviews mit Peter Eisenman, Greg Lynn und William Mitchell widmen sich dem sinnvollen Einsatz von Computertechnologie im Architekturbüro. Eisenman betont die Vorteile des Computers als Entwurfswerkzeug, um unvorhersehbare (unpredictable) Ergebnisse zu erzielen. Greg Lynn interessiert sich mehr für die CNC-gesteuerte Herstellung gefalteter Oberflächen (folded surfaces). William Mitchell beschreibt Frank Gehry´s Ansatz, mit der Computertechnologie den Entwurfs- und Herstellungsprozess eines Gebäudes zu verändern. Andere Juroren geben knappe Statements zur digitalen Zukunft des Architekturentwurfs.

Wolfgang Höhl (2003): Digitale wisselwerking, in: De Architect jaargang 33
September 2003, S. 81 – 82